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  • Gegenwartsliteratur. Ein Germanistisches Jahrbuch /A German Studies Yearbook / 3/2004

Gegenwartsliteratur. Ein Germanistisches Jahrbuch /A German Studies Yearbook / 3/2004

Verlag: Stauffenburg

Lieferbar innerhalb von 1-2 Wochen

ISBN: 9783860579831

Produktsprache: Englisch

Format: 22,5 x 15 cm

Anzahl der Seiten: 338

Verlag: Stauffenburg

ArtNr.: 978-3-86057-983-1

* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Petra Renneke: Kryptogramme der Schrift: Barbara Honigmanns Roman von einem Kinde Barbara Honigmann ist die bekannteste deutschsprachige jüdische Schriftstellerin der Gegenwart. Anhand einiger ihrer Texte wird versucht, Wissens-Poetologien mit einem hermeneutischen Projekt auf der Basis des von Hans Blumenberg statuierten Paradigmas der Lesbarkeit der Welt zu verknüpfen. Dieses Projekt umfasst Problemstellungen der Hermeneutik und wird anhand von Georges Perecs Aufsatz Ellis Island zunächst entwickelt. Gefragt wird nach Suchbewegungen und Verstehensprozessen sowie nach der Les- und Übersetzbarkeit und der Transskription von verschütteten (jüdischen) Wissensformationen in der abendländischen Kulturgeschichte. Diese gilt es als Kryptogramme der Schrift in der Prosa Honigmanns zu entziffern. Galili Shahar: Figurations of Unheimlichkeit: Homelessness and the Identity of “Jews” in Sebald, Maron and Honigmann The figuration of “Jews” in the literature of Sebald, Maron, and Honigmann is explored here, supplemented by a brief consideration of the works of Bernhard and Düffel. The discussion aims at reconstructing the function of Jewish figures that embody the identity of Unheimlichkeit (the uncanny) and that harbor the destiny of Heimatlosigkeit (homelessness) in German poetical and cultural discourse. Since the Wende, the well known figure of Ahasver, the Wandering Jew, has attained new meaning and now signifies further horizons of literary work. The old/new figure is reinterpreted as an agent of memory, as a messenger from forgotten places, and as a Doppelgänger of the German writer. As such, the “Jews” embody the fundamental nature of the script as well as an ethos of authorship. Erin McGlothlin: Autobiographical Re-vision: Ruth Klüger’s weiter leben and Still Alive In 2001, Ruth Klüger published Still Alive, the English version of her 1992 autobiography weiter leben. Despite their common thematic focus on her experience during the Holocaust and its aftermath, however, Klüger stresses that the two texts are in no way identical: “What you have been reading is neither a translation nor a new book: it’s another version, a parallel book.” Still Alive is thus not a rewriting of weiter leben but rather, as this article investigates, a second autobiographical performance that reconceives itself in terms of audience and impetus without attempting to efface the prior text. Klüger’s joint autobiographical project provides an interesting challenge to more conventional notions of autobiography and the status of the autobiographer, raising a number of critical questions that illustrate the complexity of her conception of the genre. Sebastian Wogenstein: Topographie des Dazwischen: Vladimir Vertlibs Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur, Maxim Billers Esra und Thomas Meineckes Hellblau Territorial und ethnisch transgressive oder multiple Identitätsentwürfe sind ein signifikanter Topos in literarischen Diskursen um 2000. Der Beitrag untersucht drei Romane, deren Figuren in mehrfachen Zwischenpositionen nicht nur kulturpoetische Gesellschaftsgrundlagen reflektieren, sondern die Situation des Dazwischen zum Ort des Erzählens machen. Die Texte setzen sich auf ironische Weise mit den Paradoxien autochthoner Territorialitäten auseinander, lassen Sprache und Gedächtnis als Heterotopos erscheinen, dekonstruieren Essentialismen, problematisieren aber auch konstruktivistische Beliebigkeit. Eine zentrale Funktion übernehmen dabei jüdisch-diasporische Identitätsbezüge, die in der Figur einer 92-jährigen Emigrantin, der kryptojüdischen Sekte der Dönme oder der urbanen, chassidischen Shtetl-Landschaft Brooklyns reflektiert werden. Joanna K. Stimmel: Wounded Body, Wounded History, Wounded Text: “Transgenerational Trauma” in Thomas Harlan’s Rosa Based on the writer’s research of Nazi crimes in the Kulmhof extermination camp, Rosa is a text about the trauma that still haunts the people who came in contact with the genocide: victims, perpetrators, bystanders and, in the form of cultural memory, their descendants. On another level, it is a text that, through its rejection of coherent narration, linear development, and closure, itself epitomizes the unnarratability of the traumatic past. The essay analyzes how the writer attempts to confront the phantoms of the German past and his own positioning in it. In this sense, Harlan’s representation of Holocaust trauma as a metonym of pain, shared universally across groups and generations, is problematic. Viewing trauma as a “normal” state in the post-Holocaust/postmodern world not only deflates the concept of trauma but also disavows the discussion of guilt and responsibility on both the individual and the collective level. Eleni Georgopoulou: “Brichst du auf gen Ithaka . . .”: Erinnerung und Reflexion in Bernhard Schlinks Der Vorleser Schlinks Roman thematisiert die Erinnerungskultur sowohl auf der Handlungsebene in der Erinnerungsarbeit des Protagonisten als auch auf einer allegorischen Ebene, die auf die Vergangenheitsbewältigung der deutschen Gesellschaft verweist. Dreh- und Angelpunkt dieser unterschiedlichen Ebenen ist der Textdiskurs. Der Aufsatz analysiert die besondere Rolle der Odyssee von Homer, die eine Schlüsselposition im Zusammenhang von Text und Erinnerung einnimmt. In der Reise des Odysseus ist eine Dynamik verdichtet, die auf Reflexion verweist und aus den im Roman dargestellten bipolaren Strukturen herausführt. Nicht nur die Pole von Oralität und Literalität bei Hanna, die Spaltung in Rationalität und Emotionalität bei Michael werden dialektisch über die Reflexion überwunden, sondern der Roman führt darüber hinaus strukturell aus der bipolaren Holocausttradierung heraus. Jill E. Twark: Landscape, Seascape, Cyberscape: Narrative Strategies to Dredge up the Past in Günter Grass’s Novella Im Krebsgang The literary strategies in Günter Grass's novella Im Krebsgang are explored in order to assess the readerly qualities of the narrative and to position it within Grass's oeuvre as a whole. Examining the text's aesthetic qualities reveals continuities in Grass's poetics that reach back to Die Blechtrommel and have contributed significantly to his wide popularity. The narrative strategies investigated include Grass's use of a first-person narrator, analepsis, prolepsis, and others common to the genre of the novella. The “crabwalk” metaphor is analyzed in detail as the embodiment of the Futurist concepts of dynamic motion and temporal simultaneity, the latter of which Grass refers to as “Vergegenkunft.” The text is not simply a novella about the sinking of a ship and its aftermath, it is also a highly constructed metanarrative that sheds light upon the many ways German history has been and can be constructed. Michael Ossar: Instrumentalisierung der Geschichte: Günter de Bruyns Märkische Forschungen und Stefan Heyms König David Bericht Die Instrumentalisierung der Geschichte in der DDR erinnert an Nietzsches Forderung, dass die Historiographie dem Leben dienen solle. Diese Einstellung wurde in einem Teil der DDR-Literatur kritisch reflektiert. Hier geht es um zwei Bücher der siebziger Jahre, die die Verfälschung der Geschichte thematisieren: Günter de Bruyns Märkische Forschungen und Stefan Heyms König David Bericht. Bei de Bruyn ist die geschilderte Instrumentalisierung so aufschlussreich wie der Umgang des Staates mit dem Buch selbst. Stefan Heym sinnt über die philosophischen Probleme der Geschichtsschreibung im allgemeinen nach. Das sind Überlegungen, die sich mit Theorien treffen, wie sie in der aktuellen Meta-Historie entwickelt werden. Leander Scholz: Ein postmoderner Bildungsroman: Christian Krachts 1979 Einer der letzten Sätze des Romans lautet: “Ich habe mich gebessert”. Gesagt wird der Satz in einem chinesischen Umerziehungslager Ende der siebziger Jahre von einem Ich-Erzähler, für den das Lager locus amoenus und locus terribilis zugleich ist. Die Unterwerfung unter eine disziplinarische Macht steht am Ende eines umgekehrten Bildungsprozesses, dessen Ziel die Selbstauslöschung ist. Dabei scheint das Lager als einziger Ort dem dandyistischen Begehren des Protagonisten entgegenzukommen. Der Roman 1979 wurde bei seinem Erscheinen als eine Wende der Popliteratur zu politischen Themen verstanden. Im Gegensatz dazu diskutiert der Aufsatz die Ausweitung des Ästhetizismus auf die Dimension des “nackten Lebens” und korreliert das Bedürfnis nach Selbstauslöschung mit Flexibilisierungsdiskursen im Sinne einer Sozialisierung in Permanenz. Mark W. Rectanus: Populism, Performance, and Postmodern Aesthetics: Christoph Schlingensief’s Politics of Social Intervention Filmmaker, director, and performance artist Christoph Schlingensief has become known for his production of political theater, site-specific installations in public spaces, and appropriation of television programming in order to produce social interventions. His aesthetic strategies implicate his projects in the paradoxical nature of populist politics and social promotions in contemporary Europe. Schlingensief appropriates populist discourses of exclusion and empowerment in order to create sites for the expression of political passions and subversion, e.g. his production of Hamlet. The use of performative process in projects such as the Church of Fear defies the fixity of representation, which the media and government utilize to frame culture and politics and which postmodern culture attempts, but often fails, to destabilize. Mila Ganeva: Female Flâneurs: Judith Hermann’s Sommerhaus, später and Nichts als Gespenster A critical look at Judith Hermann’s short stories is presented in an attempt to illuminate their complex relation to earlier traditions in German literature. As they consciously avoid engagement with recent history and politics and turn instead to the quotidian, the characters in the stories seem to be adapting the aesthetics of solipsistic observation typical of the flâneur literature of the 1920s. Hermann’s stories re-appropriate—perhaps not directly and explicitly but at least evocatively—the detached, apolitical, vaguely nostalgic, and slightly anachronistic stance of a Weimar flâneur. Flânerie in the 1990s has adapted selectively certain features of the earlier tradition: instead of exploring the heuristic and diagnostic potential of flânerie, Hermann has chosen to revive only the atmospheric elements of the practice and its aloof postures of disengagement. John Pizer: The Transnationalization of the Double Motif: Rafik Schami’s Sieben Doppelgänger The Doppelgänger has been a major motif in German literature since Jean Paul coined the term in his novel Siebenkäs (1796-97). Schami’s novel adapts this motif to the realities of the multicultural diaspora in contemporary Germany. His seven Doubles both reflect and deconstruct the orientalist clichés predominant among the ethnic Germans who attend the Doubles’ public readings of the author/narrator’s works. While the real-life Schami enjoyed such readings before he made the decision to suspend them in order to devote full attention to his writing, Sieben Doppelgänger highlights the problem of interethnic perception evident at such performances, as well as the difficulty of maintaining a discrete personal identity and a unique authorial voice in an age of transnational cosmopolitanism with its attendant cultural homogenization.
Kategorien
Jahrbücher
ISBN
9783860579831
Erscheinungsdatum
01.10.2004
Produktsprache
Englisch
Einbandart
PB
Format
22,5 x 15 cm
Anzahl der Seiten
338
Verlag
Stauffenburg
Publikationsort
Tübingen
Reihenname
Gegenwartsliteratur. Ein Germanistisches Jahrbuch /A German Studies Yearbook
Reihenbandnummer
3
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